Geschichte der Säule

Zitat des Stadtarchivars Willy Timm aus Unna aus dem Jahr 1975:

„Die Zeit sollte eigentlich gekommen sein, solche Bauten weniger in ihrer ursprünglichen Sinngebung, vielmehr als künstlerischen und kulturgeschichtlichen Ausdruck einer vergangenen Epoche zu verstehen und zu erhalten.“

Der Gründungsverein

Der Bau des Itzehoer Bismarckturmes wurde vom Verein Bismarcksäule zu Itzehoe e.V. veranlasst, der 1899 allein zu diesem Zweck gegründet wurde.

Der Verein Bismarcksäule unter Vorsitz des königlichen Landrats H. Junge entschied sich für den von der deutschen Studentenschaft mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurf „Götterdämmerung“ des Architekten Wilhelm Kreis.

Die damalige Eintragung im Grundbuchamt und die ehemalige Satzung finden Sie hier.

Der Bau

Nach einem Beschluss der Stadt vom 15.07.1903 sprach man dem Verein das Baurecht auf einer Fläche im Lübschen Gehölz (heute: Stadtforst) zu. Anfang des Jahres 1905 fehlte es allerdings an notwendigen Spenden, um den Bau der Säule zu Ende zu führen. In einer Sitzung des Kreistages vom 28. März 1905 wurde beschlossen, dem Verein das Erbauungsrecht abzukaufen und den Bau zu Ende zu führen (Gesamtkosten ca. 35.000 Mark, Kosten für eine Feuerschale 630 Mark).

Als Baumaterial für diesen Aussichtsturm mit Feuerschale wurde schwedischer Granit verwendet, der aus den Steinbrüchen der Itzehoer Firma Kolbe stammte. Die rechteckige Feuerschale (3 m x 0,45 m) aus Gusseisen wurde mit Buchenscheitholz, Petroleum, Benzin und Kieselgur (Erdart aus den Panzern von Kieselalgen) befeuert. Als Bauplatz wählte man ein altes Hünengrab im Lübschen Gehölz aus. Über dem Eingang wurde die Inschrift "Bismarck" angebracht.

Die Einweihung

Am 18.10.1905 wurde die Bismarcksäule feierlich eingeweiht. In den nachfolgenden Jahren war die Bismarcksäule, die zeitweise mit Kioskbetrieb genutzt wurde, beliebter Ausflugspunkt.

Ein historisches Foto der feierlichen Einweihung und weitere Bilder finden Sie hier.

In Vergessenheit geraten

Die Buchenbestände rund um den Turm versperrten im Laufe der Jahre die vormals gute Fernsicht. Seit Mitte der 80er Jahre ist der Eingang des Bismarckturmes zugemauert.

Rettung aus dem Dornröschenschlaf

Anlässlich des 99. "Geburtstages" am 18.10.2004 gründete sich erneut eine Initiative engagierter Itzehoer Bürger, die der Bismarcksäule zu ihrem 100. "Geburtstag" wieder zu altem Glanz verhelfen will. Hier der Artikel zur Veranstaltung.

Danke für die Unterstützung: