13. Februar 2009

Leserbrief zu „Kein Geld für die Säule“ vom 11.02.09

Filed under: Chronik,Pressemeldungen — Jens-Peter Wilde @ 08:51

Von: Lars Bessel, 1. Vorsitzender, Bismarcksäule Itzehoe e.V.
Zu: Artikel in der NR vom 11.02.09 “Kein Geld für die Säule”

Die politische Entscheidung des Itzehoer Finanzausschusses ist gefallen: es gibt für die kommenden zehn Jahre keine 41,66 Euro monatlich zusätzlich für die Bismarcksäule. Ein Kommentar dazu ist aus Sicht des Vereines tatsächlich nicht notwendig. Erforderlich erscheint mir jedoch, folgendes richtig zu stellen:

Der Verein ist nur Pächter des Denkmales, weil die Stadt Itzehoe als Eigentümerin über Jahrzehnte nicht willens war, sich an Gesetze und Vorschriften zu halten. Aber „Eigentum verpflichtet“, das gilt für jeden Bürger, so auch für eine Gebietskörperschaft und das erst recht bei einem eingetragenen „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“.

Dass der Verein weitere 10.000 Euro für die zunächst unausweichliche Sanierung von drei Innensäulen aufbringen muss, ist einzig das Verschulden der Stadt. Die Ratsversammlung ließ die Säule einst abflusslos zumauern, wissend, dass das Dach kaputt ist. Müsste der Verein die zwangsläufigen Folgen dieses eklatanten Fehlers nicht korrigieren, die Itzehoer hätten schon längst wieder ihre Bismarcksäule besteigen können.

Dem Verein im Finanzausschuss vorzuwerfen, er habe nichts getan und wende sich nur bittstellend an die Stadt, ist schlicht eine Frechheit und ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich in den vergangenen fünf Jahren für dieses Denkmal finanziell, durch Sachspenden und durch ehrenamtliche Arbeit engagiert haben. Dazu zählen zahlreiche Firmen ebenso wie Privatleute und Institutionen.

Das Angebot eines zinslosen Darlehens über 10.000 Euro der Firma „Hagebau“ in diesem Moment auszuschlagen, ist töricht. Im selben Atemzug nach anderen Geldgebern wie der „Region Steinburg“ zu rufen, schlägt dem Fass den Boden aus. Die Bismarcksäule war, ist und bleibt – ob es den Damen und Herren Politikern nun gefällt oder nicht – Eigentum der Stadt Itzehoe. Bürgermeister Blaschke hat als Schirmherr für den symbolischen „Stufenverkauf“ bereits die richtige Position bezogen.

Fragen im Finanzausschuss etwa danach, ob die Besucher des Denkmales versichert sind, wirken da schon geradezu amüsant. Die Antwort lautet knapp: selbstverständlich, und zwar seit Öffnung der Säule durch den Verein am 15. April 2005. Und was die spätere Nutzung des Denkmales anbelangt, verweise ich auf das schon lange vorliegende Konzept des Stadtmanagers aus 2005. Der Verein hat seine Hausaufgaben gemacht, andere sollten sie nachholen.

Noch eine Anmerkung zu meinem Demokratieverständnis: Ich habe, wie alle anderen Bürger dieser Stadt auch, das Recht, Anträge zu stellen, wie ich es für richtig halte. Wer davon als Ratsfrau oder Ausschussvorsitzender „genervt“ ist, muss sich nach seinem politischen Selbstverständnis fragen lassen. Für mich ist deren Aufregung umso unverständlicher, als es zwischen unserem ersten und unserem zweiten Antrag doch einen erheblichen Unterschied gab, der beim Lesen hätte auffallen können …

1 Kommentar »

  1. Peter M. Dietz hat einen Artikel zur aktuellen Situation veröffentlicht: http://www.magazini.de/?p=521 (14.02.2009)

    Kommentar by admin — 21. Februar 2009 @ 16:57

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